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Z i r k u s  W u n d e r l a n d

 

Z i r k u s….. war das Thema eines Literaturwettbewerbes.
Die Erzählung ist in meiner Phantasie entstanden


Ein Wunschtraum



Schon mit zehn Jahren musste Peter erfahren, dass jeder Tag seines Lebens der Letzte sein könnte.  Er wohnte nicht mehr bei seinen Eltern zu Hause, sondern lebte mit anderen kranken Kindern in einer Krebsklinik.

Um ihm Kraft, Liebe und Zuwendung zu geben, kamen seine traurigen Eltern und die kleine Schwester Anna jeden Tag zu ihm ins Krankenhaus.  

Sie wussten, dass er nicht mehr lange zu leben hatte.

Heute war er eingeschlafen.



„Hereinspaziert….. hereinspaziert….
meine lieben Freunde!“ rief der Affe Alexius.
„In wenigen Minuten beginnt unsere Vorstellung!“
Er verbeugte sich überschwänglich.

„Hallo mein lieber Freund, das freut mich sehr,
dass du unseren Zirkus  “Wunderland“ besuchen
möchtest.


Peter traute seinen Augen nicht, denn von allen
Seiten kamen Tiere aus aller Welt
herbeigeeilt.




Der Elefant hätte fast seinen Rollstuhl umgestoßen, ein Raabe flog an seiner Nase vorbei, das kleine Häschen mit dem weichen Fell hoppelte und sprangen mit einem Satz auf seinen Schoß. Wer krabbelt denn da auf seiner Mütze?

Ein kleines Mäuschen wollte ihm guten Tag sagen,
und schnupperte an seinem Ohr.
Die Affen sprangen um ihn herum und ein Tiger  brüllte vor Vergnügen.

„Was ist hier los, wo bin ich nur?“


Und schon fuhr sein Rollstuhl alleine weiter.

Nein nicht alleine. Ein Affe, der die meiste Kraft hatte, schob ihn ins Zelt hinein.
War das ein Vergnügen!  Alle miteinander freuten sich auf die Vorstellung, die nun bald stattfinden würde.

Peter erlebte die nächste Überraschung, denn was war das?
Keine Kinder?




Und schon spielte die Kapelle „Urwald“ den Einzugsmarsch „Zauberwelt“

Was passierte den jetzt?

Der Zirkusdirektor Salvatore, der majestätisch aussah,
mit schwarzem Zylinder und langem Gehrock, stellte sich am Eingang der Manege und begrüßte seine
Gäste mit den Worten:“Meine lieben Freunde der Zirkuswelt, ihr habt sicherlich schon gesehen, dass heute ein Menschenkind unter uns ist, das nur noch einen Wunsch hat.
Soll ich euch seinen Wunsch verraten?  Er möchte mit euch unsere Vorstellung erleben. Sollen wir ihm diesen Wunsch erfüllen?“

„Ja, ja!“…riefen alle Tiere in ihrer eigenen Sprache und hüpften vor Begeisterung.

Was war das für eine Freude! 

Peter hätte fast geweint. Doch als die Tiere ihm zuwinkten und sich neben ihm setzten, wurde ihm ganz warm um´s  Herz.

Der kleine Kater, mit dem weichen Fell, saß rechts neben ihm. Links von ihm hoppelte ein Häschen und stellte seine Ohren gerade in die Höhe. Ganz hinten in der Ecke brüllte zur Begrüßung ein Leopard. Die kleinen Affen turnten über die Bänke der Zuschauer. Zwei Gänse schnatterten ihm  zu. Die Giraffe streckte ihren langen Hals genau in seine Richtung. Das Kickerikiiiiii des stolzen Hahn´s war nicht zu überhören.  So etwas hatte er noch nicht erlebt.

Peter war überwältigt.

Als er noch in Gedanken war, raste das Äffchen Gracia mit einem Affentempo in die Manege und verkündete, dass nun einer der gewaltigsten Elefanten seine Künste zeigen würde.

Und schon kam der riesige Elefant Kolumbus hereinspaziert.

Vor Aufregung waren alle Zuschauer „mucksmäuschen“  still und warteten der Dinge, die jetzt kommen sollten.

Kolumbus blieb genau vor Peter stehen, wackelte mit den großen Ohren, schaute ihn mit seinen kleinen, schelmischen Augen an. Seinen Rüssel streckte er so weit nach unten, dass Peter ihn mit seiner Hand berühren konnte.

Weil er nicht weiterlief, wurde Peter stutzig und wusste nicht, was er machen sollte.

Im gleichen Augenblick kam Äffchen Gracia herbeigeeilt, denn sie verstand die Elefantensprache.

Nun hatte auch Peter verstanden, was er machen sollte. Er setzte sich auf seinen Rüssel und wurde von Kolumbus durch die Manege getragen.

Eine Ente, das Häschen und ein kleines Vögelchen sprangen auf seinen Rücken und zeigten ihre Kunststücke.



Die Kapelle „Urwald“  spielte ganz leise die Melodie „Spuren im Sand“

Als Jumbo Peter zu seinem Platz brachte, ertönte ein Tusch. Tata..tata…taa…..

Nun begann die zweite Nummer.

Die Seiltänzer Micki und Machki, zwei Affenakrobatinnen, blieben ebenfalls bei Peter stehen, um ihn mit kleinen Streicheleinheiten zu begrüßen.
Dann stolzierten sie mit gelben und roten Schirmchen, die sie zur Balance in ihren Händen hielten, hin und her über das Seil. Sie drehten sich im Kreise, machten einen Handstand und legten sich auf den Rücken.

Die Zuschauer waren begeistert, als auch noch das Seil von zwei Akrobaten angestoßen wurde. Es baumelte hin und her, ohne dass die Beiden herunterfielen.

Es folgte eine Sensation nach der anderen. So auch jetzt, denn als ein Seehund mit einem  Ball balancierte und drei Affen ihre Kunststücke zur Schau stellten, war das Gegröle der Gäste so laut, dass Peter sich die Ohren zuhalten musste.

Jeder schrie in seiner eigenen Sprache.

Die Kapelle-Urwald übertönte mit dem Samba „Quando…quando…. die lautstarken Zuschauer.


Als der „Zauberaffe mit einem Affentempo in die Manege rannte, dreimal einen

Salto schlug, erschraken sich die Gäste und horchten auf.

Was passierte denn nun?

Peter durfte in seinen Zylinder schauen. Es war überhaupt nichts darin verborgen.
Doch dann, als der Zauberer sich mitten in die Arena stellte und sein Zauberwort
„Hokuspokusfidibus“ schrie, nahm er seinen Hut vom Kopf, beugte sich vorn herüber und wie der Blitz sprangen drei kleine Hasen in Lüfte.

Es war muksmäuschenstill.

Was der Zauberer flüsterte, konnte keiner hören, auch Peter nicht.
Aber schon bald saßen die kleinen Hasen auf seinem Schoß. Er durfte das weiche Fell streicheln und sie dann zum Zauberer zurückbringen, der sie wieder in seinem Hut verschwinden ließ.

Es war nicht zu begreifen, was hier im Zirkus „Wunderland“  geboten wurde.



Auch Clown August machte seine Witze. Er spritzte mit seiner Wasserpistole die Zuschauer so nass, dass sie sich von ihren Bänken erhoben und vor Freude umhersprangen. Er kletterte auf eine Leiter und schrie: „Liebe Gäste hier im Zirkus….. und schon flog er mit seinem dicken Bauch auf einen Luftballon, der knallend zerplatzte.  Sein Holzhammer machte sogar Musik, so dass die Tiere zu ihm kamen und vor Freude tanzten.




Doch für Peter war das alles wohl ein wenig zu viel, denn er wurde so müde, dass er fast eingeschlafen wäre.

Als aber das kleine Pony vor ihm kniete, war er wieder hell wach. Äffchen Gracia wusste wieder einmal, was Maxe sollte.

Er bückte sich so weit nach unten, das Peter aufsitzen konnte.
Im Galopp trabten die Beiden in der Manege im Kreis herum.

Plötzlich blieb Maxe stehen. Eine Schaukel, mit dicken langen Seilen, kann aus der Zirkuskuppel bis hinunter zu den Beiden.

„Setzt dich auf die Schaukel“,  wieherte Maxi.




Peter ließ sich das nicht zweimal sagen, denn er war doch der König im
Zirkus „Wunderland“.

Die Schaukel bewegte sich  hin und her, zuerst ganz langsam, dann…..
Immer ein wenig höher und höher.

Alle Tiere, die nach oben schauten, riefen in ihrer Sprache:

„Peter….Peter….Peter!“




Er  hörte ihre Stimmen, als kämen sie aus weiter Ferne.
Sie wurden immer leiser ….leiser..leiserleiser.. leiser

Als Gefühl der Freiheit ließ Peter seine Seele baumeln.

Doch plötzlich passierte etwas Eigenartiges!
Es wurde hell im Zirkuszelt, so hell, dass er seine Augen schließen musste.

Er wurde von Lichterstrahlen getragen…. heraus aus dem Zirkuszelt…
hinein in die Welt der Sterne.